Von Reichsbürgern und Giraffen

Liebe Freunde,

 kennt Ihr den?  Steht ein Mann in Düsseldorf mitten auf einer Kreuzung, schreit und fuchtelt wild mit den Armen. Nach einer Weile fragt ihn ein besorgter Passant: „Was machen Sie denn da?“ Antwort: „Ich vertreibe Giraffen.“ Darauf der verdutze Fragesteller: „Aber hier sind doch keine Giraffen!“ Da erwidert der Fuchtler: „ Ja eben, ich mache einen guten Job!“

 An dieses  Beispiel aus Dobellis Bestseller „Die Kunst des klaren Denkens“ fühlte ich mich erinnert, als mir vorgestern die auf der Titelseite der Rheinischen Post die alarmierende Nachricht ins Auge sprang:  Reichsbürger will in den Bundestag! Ein 57-jähriger AfD-Funktionär aus Gütersloh!

Rheinische Post vom 29. März 2017 (Klick zum Vergrößern)

 Na sowas! Reichsbürger sind  eine Handvoll  verpeilter Zeitgenossen, welche die Staatlichkeit der Bundesrepublik nicht anerkennen und sich als Angehörige des Deutschen Reiches von 1939 fühlen. Und folgerichtig die Zahlung von Steuern verweigern und sich Phantasieausweise ausstellen. Damit kommen diese Leute ständig mit den Gesetzen unseres Landes in Konflikt.  Reichsbürger wird man schlichtweg dadurch, daß man sich selbst persönlich zu diesem spleenigen Gedankengut bekennt.  Und so was will ausgerechnet in den Bundestag? Mit der AfD?

Eigentlich sollte es die Rheinische Post besser wissen. Sie war schließlich bei allen Wahlparteitagen der AfD in NRW mit eigenen Berichterstattern vertreten. Somit sollte es der Redaktion geläufig sein, daß jeder Kandidat der AfD nicht nur ein taufrisches polizeiliches Führungszeugnis und eine Schufa-Auskunft beibringen muß, sondern auch eine vom Finanzamt ausgestellte Unbedenklichkeitsbescheinigung derart,  daß keinerlei Steuerrückstände bestehen.  Einem  „Reichsbürger“  dürfte es ziemlich schwerfallen, diese amtlichen Persilscheine zu erhalten.  Aber was schreibt die Rheinische Post: „Er gilt als Reichsbürger, was er verneint“. Ein kompletter Widerspruch in sich. Denn „Reichsbürger“ ist nur der, der sich zu diesem Gedankengut bekennt.

Die Rheinische Post versucht Giraffen dort zu vertreiben, wo weit und breit keine sind.  Und gerät damit in Konflikt mit einschlägigen Paragraphen des Strafgesetzbuches. Das lautet es wie folgt:

§ 187Verleumdung

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Ob das unsere RP-Redakteure Julia Rathcke und Thomas Reisner, die diese reißerische Diffamierung zu verantworten haben, zu Ende gedacht haben? Denn zwischenzeitlich scheint die Rheinische Post kalte Füße bekommen zu haben. Der inkriminierte Artikel wurde inzwischen aus dem Online-Angebot entfernt. Erstaunlich ohnehin, daß diese  Titelblattstory von Journalisten aus der zweiten und dritten Garnitur verantwortet wurde. Die jugendliche Julia Rathcke ist noch Volontärin. Thomas Reisner taucht nicht einmal im Autorenverzeichnis der RP auf: http://www.rp-online.de/autor/ Die üblichen alten Hasen der Polit-Redaktion wie Mayntz, Schröder, Hüwel oder Quadbeck wollten sich an diesem heißen Eisen offensichtlich nicht die Finger verbrennen.

Der geneigte Leser fragt sich: Was soll das ganze? Ganz einfach: Die RP befindet sich im Wahlkampfmodus. Wenn jemand behauptet, daß dieses Blatt CDU-affin ist: Damit  hat er genau ins Schwarze getroffen. Fairness? Fehlanzeige!   Und schon sammeln  sich die üblichen Verdächtigen um diesen dargebotenen Topf und versuchen darin  ihr Süppchen zu kochen. Bereits am Tag darauf gibt es in der RP die genüssliche Fortsetzung:

NRW-Politiker gegen „Reichsbürger“ auf AfD-Bundesliste   Düsseldorf.  Politiker aus NRW sind entsetzt über den „Reichsbürger“, der für die AfD in den Bundestag will. „Wenn eine Partei solche Personen auf ihrer Landesliste für den Deutschen Bundestag und dann auch noch auf den vorderen Plätzen duldet, dann ist das keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland“, sagte SPD-Generalsekretär André Stinka. CDU-Generalsekretär Bodo Löttgen erklärte: „Sollten sich die Vorwürfe gegen den AfD-Funktionär bestätigen, wäre das ein weiterer Beleg für die Radikalisierung der NRW-AfD.“ Ähnlich äußerte sich Verena Schäffer, innenpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion. Die Ideologie der „Reichsbürger“ sei im Kern rechtsextremistisch. Özlem Demirel, Sprecherin der NRW-Linken: „Die AfD festigt damit ihre Verbindungen zu extrem Rechten weiter.“  

Man achte darauf, daß diese gewieften Politprofis im Konditionalsatz oder Konjunktiv  sprechen: „Wenn das so ist …. dannSollten sich die Vorwürfe bestätigen… dann“.  Damit werden juristische Fallstricke geschickt umgangen.

Das ganze wird sich als das auflösen, was es ist: Heiße Luft.  Aber wie wussten schon die alten Römer: Es bleibt immer etwas hängen. Und genau das ist der Zweck.

Mich wundert nur eins: Daß solche Journalisten sich immer noch über die Zuschreibung „Lügenpresse“ mokieren.

Dieser Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. Aber ich erhielt am nächsten Tag postwendend eine Nachricht von der Redakteurin:

Von: Rathcke, Julia Betreff: AW: Von Reichsbürgern und Giraffen

Sehr geehrter Herr Ulrich,

vielen Dank für Ihren Leserbrief an uns. Zwei kurze Anmerkungen meinerseits dazu: Ich bin jung, aber mit knapp 30 Jahren wohl doch nicht mehr jugendlich und Volontärin auch längst nicht mehr, sondern Politikredakteurin. Zudem ist es nie die Entscheidung eines einzelnen Redakteurs/einer einzelnen Redakteurin, womit wir die Zeitung aufmachen. Was auf der Titelseite steht – und nicht nur das – geschieht immer auch in Absprache mit der Chefredaktion.

Alles weitere gerne bei Zeiten im persönlichen Gespräch.

Ein schönes Wochenende wünscht, Julia Rathcke

Ich antwortete am 2.April wie folgt:

Sehr geehrte Frau Rathke,

 haben Sie herzlichen Dank für Ihre persönliche Rückmeldung. Ihr Angebot für ein persönliches Gespräch nehme ich gerne an. Bestimmen Sie einfach Datum, Zeit und Ort. Da ich mein berufliches Dasein schon hinter mich gebracht habe, bin ich zeitlich flexibel.  

 Sehen Sie es mir bitte nach, wenn ich Sie unzutreffend als „Volontärin“ eingeordnet habe. Bei Eingabe Ihres Namens in Google erscheint auf Platz eines diese Seite: http://www.journalistenschule-ifp.de/menschen/julia-rathcke. Und da werden Sie tatsächlich als Volontärin geführt; auch das Porträt ist zweifellos „jugendlich“.

 Mir ist bewusst, daß die Aufmachung der Zeitung, insbesondere die Titelseite,  durch die Chefredaktion abgesegnet werden muß. Das exkulpiert Sie in gewisser Weise, wirft indessen ein umso schlechteres Bild auf Ihr Haus. Dabei äußerte sich  Michael Bröcker  in der Ausgabe vom 1.10.2016 anlässlich des siebzigsten  Geburtstags der Rheinischen Post noch wie folgt:  „Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig. Aufklären, erklären, dabei bitte akkurat recherchieren, ausgewogen argumentieren. Fairness, keine Häme. Das ist unsere Haltung.“

Ich denke, hier erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

 Ich freue mich auf Gespräch und  wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche!

 Mit freundlichen Grüßen  Bernd Ulrich

Bis jetzt habe ich keinen Anruf erhalten.

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Das Wunschdenken des Dr. Detlev Hüwel

Dr. Hüwel hat Visionen. Auch heute wieder. „Die AfD zerlegt sich selbst“, so kommentiert er heute in der Rheinischen Post. Und folgt damit genau dem Tenor, den er schon vor Wochen angeschlagen hatte. „Abwärts mit der AfD“, so artikulierte er bereits am 30. Oktober sein Wunschdenken und blieb damit seiner Linie treu. Und weiter im Text: „Wie es aussieht, hat die AfD in NRW den Zenit ihrer Popularität überschritten. Kein Wunder, denn inzwischen hat sich die lange Zeit aufgeheizte Debatte über den Zuzug von Asylbewerbern versachlicht. Das ist nicht mehr das Klima, in dem dumpfe Parolen gedeihen. Man kann nur hoffen, dass dieser „Klimawandel“ anhält, denn nötig sind nicht krude Parolen, sondern politische Entscheidungen mit Herz und Verstand“.zerlegung

 Schon Helmut Schmidt wusste: Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen. Auch bei Dr. Hüwel liegt der Verdacht einer gestörten Wahrnehmung nahe. Denn sein heutiger Bericht über den Ablauf des Delegiertenparteitages vom Wochenende strotze so vor Fehlern, daß sich jemand, der persönlich dabei war, zu folgender Richtigstellung bemüßigt fühlte:

Sehr geehrter Herr Hüwel,

in Ihrem Artikel „AfD-Chef ohne Mehrheit in der Partei“ stellen Sie mehrere Behauptungen auf, welche leider falsch sind.

  1. Sie behaupten, „Mehrheit in der NRW-AfD steht nicht zur Parteiliste“. Dies ist falsch. Jeder Listenkandidat wurde mit min. 50% der Stimmen der NRW-Delegierten auf die Liste gewählt.
  2. Sie behaupten, eine Mehrheit der Delegierten habe in Rheda-Wiedenbrück dafür gestimmt, die „Parteiliste zu verwerfen und von vorne zu beginnen“. Dies ist falsch. Bei der von Ihnen angesprochenen Abstimmung ging es darum, die Tagesordnung zu erweitern (dafür wäre eine 2/3 Mehrheit notwendig gewesen). Erst mit der dann erweiterten Tagesordnung hätte überhaupt nach Aussprache über den Neuanfang der Liste abgestimmt werden können.
  3. Sie behaupten, „der Streit führte dazu, dass in Rheda-Wiedenbrück nur ein einziger Listenplatz besetzt werden konnte“. Dies ist falsch. Es wurden in Rheda-Wiedenbrück vier Plätze besetzt.
  4. Sie behaupten, Marcus Pretzell sei Vorsitzender in NRW seit 2013. Dies ist falsch. Er ist Vorsitzender seit Mitte 2014.  – Ich würde mich  freuen, wenn Sie die angesprochenen Punkte (insbesondere die ersten beiden Punkte) in der nächsten Ausgabe korrigieren.

Schauen wir mal, was uns die Druckerschwärze der RP morgen wieder präsentiert.

 

GroKo im Endspurt: Unter Geiern

Liebe Freunde,

 diese hübsche Karikatur aus der Rheinischen Post (!) des heutigen Tages möchte ich Euch nicht vorenthalten. Beim Anblick der blindlings umherirrenden Wünschelrutengänger  fühlte ich mich an Sarrazins jüngstes Werk „Wunschdenken“ erinnert.  Solcherlei  führt zumeist in die Irre. – Der kleine Lederhosenträger mit Hut und Gamsbart, der an Mutti zerrt, ist wohl der Seehofers Horst.

Rheinische Post vom 24. November 2016
Rheinische Post vom 24. November 2016

 

Umfragemanipulation: Die Grünen und ihre Kohle

unsere Grünen treiben es mal wieder bunt. Nein, diesmal nicht in den Farben des Regenbogens als Fahnenträger von LSBTTI.  Es geht ganz einfach um Kohle. Die Kohle.  Schwarze Kohle und Braunkohle, der unsere Grünen so gar nicht grün sein wollen.

Die schon etwas angegraute Dagegen- und Protestpartei hat ein grundsätzliches Problem: Nach Atomausstieg, Gentechnik, Dosenpfand usw. gehen  den grünen Bevormundern  allmählich die Themen aus. Zumal die noch in den Parlamenten verbliebenen Schwarz-Roten  heftig versuchen, jede  grüne Gedankenzuckung im vorauseilenden Gehorsam  zu antizipieren und für sich zu deklarieren. Da muß schon sehr laut ins Horn getutet werden um noch Aufmerksamkeit zu erzeugen.  Und so wird in schöner Regelmäßigkeit unter lautem Geschrei immer wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben.  Und jetzt ist  die Kohle dran. Genau der Energieträger, der unabhängig von Wind und Wetter dafür sorgt, daß der Strom immer noch zuverlässig aus der Steckdose kommt.

Was immer wieder erstaunt, ist daß sich auch seriös daherkommende Tageszeitungen wie etwa unsere Rheinische Post stets erneut vor den Propagandakarren der Ökoideologen spannen lassen. So las ich unlängst in dicken fetten Lettern als Schlagzeile:

71% Prozent der Bürger fordern raschen Braunkohleausstieg

Als Quelle muß eine Forsa-Umfrage herhalten, die vom grünen NRW-Minister Remmel mit viel Rummel  lauthals in einer Pressekonferenz unters Volk gebracht wurde. Einem auserwählten Kreis von Journalisten wird diese freudige Nachricht schon vorab verabreicht. Wichtig, damit sich diese erlauchte Runde auch besonders wichtig vorkommt . Aus dem Text:

Düsseldorf. Umweltminister Remmel wird heute eine Umfrage vorstellen, die RWE und Bayer nicht gefallen wird: 71 Prozent der Bürger fordern demnach ein rasches Ende der Braunkohle. Von Antje Höning

In Nordrhein-Westfalen wächst der Widerstand gegen Abbau und Verstromung von Braunkohle. 71 Prozent der Bürger fordern einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle: Für 36 Prozent ist dies „sehr wichtig“, für 35 Prozent „wichtig“. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) heute vorstellen wird und die unserer Redaktion vorliegt.

Quelle: http://www.rp-online.de/wirtschaft/umfrage-71-prozent-der-buerger-fordern-raschen-braunkohle-ausstieg-aid-1.6285165

Merkwürdig. Schon wieder Forsa. Das ist doch genau das Gegenteil dessen, was die vor einem Jahr herausgefunden haben wollen. Zitat:

Braunkohle ist unverzichtbar als Stabilisator für die Energieversorgung und wichtiger Wirtschaftsfaktor. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor. Die Studie wurde heute vom Forsa-Chef Manfred Güllner bei der Jahrespressekonferenz der RWE Power … vorgestellt.

 Zwei Drittel aller Bundesbürger sind überzeugt, dass die Strompreise auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie einen großen Einfluss haben. 63 Prozent halten es deshalb für falsch, dass nach den Kernkraftwerken auch die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen. Dadurch sehen sie die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Energieversorgung in Deutschland gefährdet.

 „Eine große Mehrheit von 75 Prozent der Deutschen ist sich darüber im Klaren, dass neben Sonne und Wind weiterhin die herkömmlichen Energiequellen zur Stromerzeugung genutzt werden müssen. Die Braunkohle ist eine davon“.

Quelle: http://www.rwe.com/web/cms/de/2843306/rwe/presse-news/braunkohle-ist-unverzichtbar/

„Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe.“ Uralt und von Winston Churchill.   Aber wie lässt sich diese Kehrtwende der Wendehälse erklären? Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing? Hier als Auftraggeber die Grünen und vorher die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätserzeuger? Wie bewerkstelligt man eine solche Kopfwende?

Eine Erklärung hat der bekannte Dortmunder Professor für Statistik und renommierte Buchautor Walter Krämer parat. In einer jüngst veröffentlichten Unstatistik des Monats erläutert er an einem ähnlichen Beispiel:

Wie man in den Wald hineinruft … Unstatistik vom 28.09.2016

Mit der richtigen Fragestellung zum Wunschergebnis: ..53 Prozent aller Bundesbürger meinen, Deutschland sollte viel mehr tun, um auch weiter Vorreiter im Klimaschutz zu sein. Und für das „schnellstmögliche“ oder „so bald wie mögliche“ Abschalten aller Kohlekraftwerke plädieren 67% der Befragten. So ein Ergebnis des britischen Meinungsforschungsinstitutes YouGov..,

Dieses Mal liegt der Missstand nicht in der Interpretation, sondern in der Art der Fragestellung. Die Antworten waren in die Fragen quasi eingebaut. Die Frage zum Klimaschutz lautete: „Beim Klimagipfel in Paris wurde 2015 ein internationales Abkommen für den Klimaschutz beschlossen. Anfang des Monats September haben die USA und China dieses Abkommen ratifiziert. Deutschland hat den Prozess noch nicht abgeschlossen und einen schwachen Klimaschutzplan für 2050 vorgelegt. Sollte Deutschland Ihrer Meinung nach mehr tun, um Vorreiter im Klimaschutz zu bleiben?“. Die Frage zu den Kohlekraftwerken lautete: „Die Stromproduktion aus Kohle allein ist die größte Einzelquelle für die deutschen Treibhausgasemissionen. Was sollte Ihrer Meinung nach mit den Kohlekraftwerken passieren?“ Derart suggestive Fragen lenken die Antworten systematisch in eine vorbestimmte Richtung. Bei neutraler Fragestellung wäre das Ergebnis wahrscheinlich anders ausgefallen. ..

In der Umfrageforschung unterscheidet man zwischen ergebnisorientierter und erkenntnisorientierter Demoskopie. ..Was immer man von Kohlekraftwerken hält, die Meinung der Öffentlichkeit dazu sollte man neutral erfassen statt zu versuchen, diese systematisch in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen.

Hier der volle Text: http://www.rwi-essen.de/unstatistik/59/

Schauen wir uns die Remmelsche Umfrage noch einmal an: Die Frage nach dem Ausstieg der Braunkohleförderung war eine von vier vorgegebenen Möglichkeiten. Tatsächlich erreichten die drei übrigen Alternativen sogar eine höhere Zustimmung in der Wertung „sehr wichtig“ bzw. „weniger wichtig“:forsaDie Forsa-Umfrage war bereits im Juni erstellt worden. Präsentiert wurde sie von den NRW-Grünen erst im September, nach Ende der Urlaubzeit. https://www.nachhaltigkeit.nrw.de/fileadmin/download/forsa-bericht_umfrage__nachhaltigkeit_2016.pdf

Herrn Güllner von Forsa war der ganze Remmelsche Rummel dann doch peinlich. Und  so kam das Dementi. Zitat:

In der Untersuchung sei nach der Bedeutung der „Nachhaltigkeit“ und nicht danach gefragt worden, ob man einen Braunkohle-Ausstieg fordere, stellt Manfred Güllner klar: Weder fordert eine Mehrheit der Bürger in Nordrhein-Westfalen den raschen Ausstieg aus der Braunkohle, noch wächst der ,Widerstand gegen Abbau und Verstromung von Braunkohle’”.

Von der Richtigstellung unbeeindruckt, präsentieren die Rheinische Post und der WDR ihre eigenen Versionen: Überschrift Rheinische Post (RP): “Mehrheit fordert raschen Braunkohle-Ausstieg”

Der Artikel der Rheinischen Post sei “ein weiteres unrühmliches Beispiel dafür, wie Befindlichkeiten von Menschen trotz vorliegender Informationen völlig verzerrt dargestellt werden”, sagt Güllner.

Aus: http://ruhrkultour.de/braunkohle-ergebnisse-der-forsa-umfrage-ueber-nachhaltigkeit-in-nordrhein-westfalen-verzerrt/

Dieses Dementi wurde von der RP nicht mehr veröffentlicht.

Lückenpresse, Lügenpresse, oder was?  Das mag jeder für sich entscheiden.

Kolumne Mit Verlaub! Reinhold Michels am 7.10.

waffenscheinSehr geehrter Herr Michels,

 ihrer Diagnose: „Unsere Narreteien sind Rasen und Drängeln“ unter der Überschrift „Führerschein = Waffenschein“   kann ich nicht zustimmen und will das näher begründen:

 Seit 1968 bin ich Führerscheinbesitzer für Auto und Motorrad. Bedingt durch berufliche Tätigkeit mit vielen Außenterminen habe ich bis heute annähernd 2 Mio. Kilometer  zurückgelegt. In den letzten zwanzig Jahren waren es durchweg gut motorisierte Dienstwagen. Von daher maße ich mir eine gewisse Kompetenz zur Beurteilung der Situation an.

 Tatsächlich haben sich, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die Sitten auf deutschen Straßen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Bis etwa Anfang der achtziger Jahre herrschte tatsächlich so etwas wie Rodeo per Lichthupe auf den Autobahnen. Wettrennen waren an der Tagesordnung. Man wollte ausprobieren, wer denn nun der schnellere ist: Opel Manta, Opel Commodore, Ford Capri, BMW 1800ti, um nur einige zu nennen.  Reiche Leute fuhren schnelle Auto, Otto Normalo zuckelte hingegen  im VW oder im Opel Kadett gemächlich über die Fahrbahn dahin.  Soziale Differenzierung erfolgte über die erreichbare Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn. Nur folgerichtig, daß dann die SPD ein allgemeines Tempolimit forderte. Vordergründig mit den Argument der Verkehrssicherheit, tatsächlich natürlich zur Triebbefriedigung des Sozialneides auf die schnellen Reichen.  Zu dumm für die Genossen, daß schon damals aus der Statistik ablesbar war, daß die meisten tödlichen Unfälle auf geschwindigkeitsbeschränkten Straßen passieren. Und so gab es denn 1978 als Kompromiss die „Richtgeschwindigkeit“ von 130 km/h. Das war eine Empfehlung und keine verbindliche Vorgabe.

 Mitte der Achtziger hatte sich das Bild gewandelt: Die Autos waren dank Windkanal, obenliegender Nockenwellen, Vierventiltechnik  usw. deutlich schneller geworden. Mit einem Golf GTI oder Kadett GSI konnte sich nun jeder Maurerlehrling einen fahrbaren Untersatz  mit Höchstgeschwindigkeiten  jenseits von 200 km/h leisten.  Tempo war nicht länger eine Frage des Sozialstatus.  Niemand brauchte dem anderen mehr etwas zu beweisen; die Rennen verloren ihren Reiz und wurden somit seltener.

 Natürlich gibt es auch heute noch Zeitgenossen, welche die deutsche Autobahn mit einem Motodrom verwechseln. Etwa BMW M5  gegen Porsche oder Ferrari gegen Audi RS8.  Aber das Kräftemessen per PS ist seltener  geworden. Warum auch? Über 20% der auf Deutschlands Straßen neu zugelassenen PKW erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h und sind abgeregelt.

 Dichtes Auffahren, Blinker setzen und Lichthupe: Diese Unsitten haben deutlich nachgelassen und werden zu Recht von Polizei und Gerichten als Nötigung streng geahndet. ES gibt aber auch bedenkliche Entwicklungen: Z.B. die wachsende Zahl rasender Kleintransporter, die mit 180 km/h über die Autobahn fegen. Am Steuer zumeist junge Männer mit wenig Hirn und umso mehr Testosteron.  

 Zu guter Letzt: Trotz fortschreitender Motorisierung ist die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschland Straßen kontinuierlich gesunken. Von über zwanzigtausend  Anfang der Siebziger bis auf etwa viertausend heutzutage. Das ist ein Rückgang um 80%. Ein schöner Erfolg, den wir zum einen dem Fortschritt der Medizin und Technik, aber auch dem veränderten Fahrverhalten zu verdanken haben.

 Noch ein Wort zu den zitierten Amerikanern: Unsere Kollegen aus den USA bekamen regelmäßig beim ersten Mal Schweißausbrüche, wenn wir sie von Flieger abholten und dann mit gewohnten deutschen Autobahntempo zur Firmenzentrale chauffierten. Der Schreck hielt allerdings nicht lange an: Für den Wochenendausflug in Germany besorgte man sich dann selber einen Mietwagen, um dann das Gefühl auszukosten ,wie es sich am Steuer jenseits der  in den USA erlaubten 120 km/h (=75 Meilen) anfühlt.  Die Eingewöhnung erfolgte dann sehr schnell.

 Mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich

 

Rheinische Post: Mal wieder unterste Schublade

Liebe Freunde,

 unsere Rheinische Post: Langsam frage ich mich, warum ich mir dieses Lesemissvergnügen allmorgendlich immer wieder aufs neue antue. Aber man möchte ja  informiert sein, was den Bürgern hierzulande so serviert wird.

 Unser alter Bekannter  Michael Bröcker, seines Zeichens sogar Chefredakteur, produziert   im heutigen Leitkommentar mal wieder anrüchige Absonderungen. So erwähnt er  unsere Parteichefin, immerhin eine promovierte Naturwissenschaftlerin und vierfache Mutter, zusammen mit dem obszönen Schimpfwort „Bitch“  in einem Satz.  Bitch ist im Angelsächsischen eine üble Beleidigung und bedeutet so viel wie „Hure“. Auch schon vorher  stänkert der Herr Chefredakteur  gewaltig:

 „Die AfD ist ein Sammelsurium frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner, politik- und elitenverdrossener Bürgerlicher, aber eben  auch von völkischen Nationalisten und Rassisten“.

 Das ganze unter der Überschrift: „Maß und Mitte gesucht“. So was nenne ich Satire vom Feinsten.

 Nun ja, die RP feierte und beweihräucherte sich selbst vor einigen Tagen anlässlich ihres siebzigsten Geburtstages. Möglicherweise hat unser Michael Bröcker da zu tief ins Maß oder Glas geschaut und ist noch nicht wieder ganz bei Sinnen.  Hatte er doch in einer Sonderbeilage zum 1. Oktober noch wie folgt getönt:

 „Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig. Aufklären, erklären, dabei bitte akkurat recherchieren, ausgewogen argumentieren. Fairness, keine Häme. Das ist unsere Haltung.“

journalismus

Schade, so schnell werden die guten Vorsätze über Bord geworfen.

 Natürlich bezeichnet der Chefredakteur unsere Frau Dr. Petry nicht direkt als „Bitch.“  Statt dessen relativiert er sinngemäß im nächsten Halbsatz: Wer das tut,  der handelt „kleinmütig.“

 Schon großmütig, unser Chefredakteur. Ich empfehle ihm, zur Erweiterung seines Horizontes mal einen Blick in sein eigenes Blättchen vom heutigen Tag  zu werfen.  Da steht auf Seite drei in großer Aufmachung: „Rudelbildung gegen Polizisten“.  Direkt daneben eine Spalte: „Südländer vergewaltigt 80-jährige“. Auf den nächsten Seiten: „Salafisten-Prozess“  und „Attacken gegen Badegäste: Behörden verbummeln Urteil“.

 Die Zeit ist reif für eine Alternative. Eben die Alternative für Deutschland.

Soweit mein Text. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, den Herrn Chefredakteur mit in die Verteilerliste aufzunehmen. Und hat auf den Köder angebissen:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

 vielen Dank für Ihre Mail, auf die ich sehr gerne schnell von unterwegs reagieren möchte. Sie haben mich leider etwas falsch verstanden, sicher nicht absichtlich. Ich habe ein Zitat einer Kölner Kabarettistin wiedergegeben, die Frau Petry „Bitch“ genannt hat. Ich mache mir dies eben nicht zu eigen. Wie Sie ja auch richtig schreiben, kritisiere ich eine solche Äußerung ausdrücklich genauso wie ich Übergriffe / Angriffe auf AfD-Abgeordnete und Funktionsträger kritisiere. Aber das haben Sie ja sicher auch im Kommentar gelesen.

 Dass die AfD ein „Sammelsurium frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner, politik- und elitenverdrossener Bürgerlicher, aber eben auch von völkischen Nationalisten und Rassisten“ ist, ist meine Meinung, die sich leider durch zahlreiche Äußerungen aus der AfD belegen lässt. Aber wie gesagt, wir wehren uns dagegen, die AfD pauschal zu verurteilen oder zu verunglimpfen. Wir weisen allerdings weiterhin in ruhigem und angemessenen Ton auf die – nach unserer Meinung – kritischen Äußerungen und Sichtweisen in Teilen der AfD hin.

 Beste Grüße

 Michael Bröcker

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Chefredakteur  Zülpicher Straße 10 – 40196 Düsseldorf

Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Hier meine Replik:

Sehr geehrter Herr Bröcker,

   vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

 Wenn jemand an Gespenster glaubt, dann wird er auch Gespenster sehen. Und je mehr Gespenster er sieht, desto heftiger wird geglaubt. Nennen Sie es Autosuggestion, virtuelle Realitäten, selektive Wahrnehmung, was auch immer. Ich frage mich des Öfteren, ob unsere Journalisten tatsächlich an das glauben, was sie da schreiben.  Falls ja, dann sind sie naiv, ansonsten einfach unaufrichtig.

 Im Übrigen passe ich exakt in Ihre Vorstellung vom typischen AfD-Anhänger:

 Frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner:

 Ich bin dankbar, daß ich mit Mathematik, Physik und BWL seinerzeit das richtige Universitätsstudium gewählt habe, um dann in der aufstrebenden IT-Branche eine Karriere zu starten. Mein langjähriger und letzter Arbeitgeber ist derzeit mit einem Börsenwert von über 100 Mrd. Euro das wertvollste Unternehmen dieses Landes. Ich brauche mir also um meine betriebliche Altersversorgung keine Gedanken zu machen.

 Politik- und Elitenverdrossener Bürgerlicher:     

 Zusammen mit dem zu früh verstorbenen Jürgen Möllemann habe vor Jahrzehnten Straßenwahlkampf in seiner Heimatstadt Münster gemacht. Bis zum Jahre 2009 war ich treuer FDP-Anhänger.  

 Rassist:  

 Als Personalvorgesetzter in einem international tätigen Softwarekonzern hatte ich Gelegenheit, neben deutschen Kollegen auch Mitarbeiter aus fremden Ländern einzustellen: Brasilien, Indonesien, China, Türkei, Libanon.  Zu manchen pflege ich bis heute ein freundschaftliches Verhältnis.  

 Beste Grüße    Bernd Ulrich

 Eine Antwort steht bis jetzt aus …. sollte ich sie erhalten, dann werde ich sie an dieser Stelle veröffentlichen.

 

Die emotionale Entladung der Frau Krings

Liebe Freunde,

 den üblichen Verdächtigen von der Rheinischen Post passte unser gutes Abschneiden in Mecklenburg-Vorpommern nun gar nicht in den Kram. Und so stänkerte Frau Dorothe Krings in der Kolumne „Gesellschaftskunde“ dort vor einigen Tagen  wie folgt:

Rheinische Post, 8. September 2016
                                                            Rheinische Post, 8. September 2016

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/kolumnen/gesellschaftskunde/protestwahlen-sind-emotionale-entladungen-aid-1.6244662

 Das veranlasste mich zu folgendem Leserbrief:

 Sehr geehrte Frau Krings, Sehr geehrtes Redaktionsteam,

   bei der Lektüre Ihrer Kolumne mußte ich mich tatsächlich im Zaun halten, um mich nicht „emotional zu entladen“ , wie Sie es so nett formulieren. Um weiter in Ihrem Duktus zu bleiben:  Es ist auch müßig anzumerken, daß Sie, Frau Krings, das Parteiprogramm der AfD im Umfang von über 200 Seiten vermutlich gar nicht kennen.  Aber um sich zu vergewissern wie man Migrationsbewegungen eindämmen kann braucht man gar keine Parteiprogramme zu lesen. Da genügt der Blick nach Mazedonien, Ungarn, Österreich oder Australien, um nur einige zu nennen.

 Zu meiner Person: Ich fühle mich keineswegs diffus benachteiligt, bedrängt, oder bedroht. Selbstverantwortung habe ich lange genug gelebt. Ausgeliefert fühlte ich mich vielleicht zu meiner Schulzeit oder bei der Bundeswehr, später nicht mehr.  Absturzängste? Ich bin längst im Ruhestand und finanziell mehr als ausreichend versorgt. Was mich allerdings zur „Emotionalen Entladung“ bringt: Das ist die organisierte Volksverdummung durch Politik und Medien.  Die massenhafte Armutsimmigration, von denen die wenigsten der Neuankömmlinge „Schutzsuchende“ sind, es sei denn, man definiert unser eng gestricktes soziales Netz als „Schutzmantel“. Die fortwährende Konkursverschleppung Griechenlands, die verkorkste Energiewende, unser desolates Bildungssystem: Da haben Sie recht: Das alles bringt mich zur emotionalen Entladung. Und tatsächlich: Jenseits meiner „Kaufkraft“ gibt es tatsächlich etwas, auf das ich baue in der Hoffnung, daß die Dinge wieder ins Lot kommen: Nämlich die  Alternative für Deutschland, kurz gesagt: Die AfD. Das gibt mir Halt und Hoffnung. Deshalb unterstütze ich diese Partei. Nicht nur durch das Kreuz auf dem Wahlzettel, sondern auch durch persönliches Engagement und nicht zuletzt durch finanzielle Zuwendungen. Und warum? Nicht nur, weil ich es mir leisten kann. Sondern auch deswegen, weil es mir Freude macht, für eine gute Sache, von der ich überzeugt bin, zu spenden.  Das bietet mir tatsächlich „Halt“, wie Sie es nennen.

 PS.: Ich kann Ihnen, Frau Krings, das Programm der AfD gerne in gedruckter Form zuschicken. Sagen Sie mir einfach Bescheid.

 Leider hat sich besagte Frau Krings bis heute nicht bei mir gemeldet. Schade.

 Herzliche Grüße     Bernd