Braune Brühe in der Rheinischen Post

Liebe Freunde,

   die CDU-affine Rheinische Post befindet sich schon seit einiger Zeit mit Vollgas im Wahlkampfmodus. Und trotzdem hat sie jüngst noch an Tempo zugelegt. Wie das? Ganz einfach, man fährt abwärts auf der schiefen Bahn. Und wie es mit dem einstigen Qualitätsblatt bergab geht, das offenbarte ein gewisser Maximilian Plück am 4. April auf Seite 2. Da greift er nämlich kräftig in die braune Soße und rührt darin herum. Unterstellt er doch der AfD, daß sie sich nicht klar genug vom „braunen Gedankengut distanziere“.

Wer ist hier „braun“?

 http://www.rp-online.de/politik/anti-afd-rezept-fehlt-aid-1.6733001

Meine Frage an Maximilian Plück: „Wo bitteschön, finden Sie braunes Gedankengut im Parteiprogramm der Alternative für Deutschland? Haben Sie Textpassagen gefunden, die aus Hitlers „Mein Kampf“ abgeschrieben wurden oder den Schriften des NS-Ideologen Alfred Rosenberg entnommen wurden?  Oder wurde aus Goebbels‘  Reden abgekupfert? Predigt etwa die AfD von einer Überlegenheit der nordischen Rasse? Fordert sie zu Pogromen gegen jüdische Mitbürger auf? Oder propagiert sie einen neuen Krieg zur Eroberung neuer Lebensräume? Woher haben sie die Vorstellung vom braunen Gedankengut? Bringen Sie bitte  Beweise für Ihre Unterstellung!“

 Der „gebürtige Münsterländer“ (so die eigene Personenbeschreibung) betätigt sich indessen als heftiger Wadenbeißer. Empfiehlt er doch allen Ernstes den deutschen Gewerkschaften, AfD-Anhänger aus ihren Reihen auszuschließen. Dabei beruft er sich auf deutsche Geschichte. Aber da hat er etwas gründlich missverstanden. Denn der  Ausschluss von Mitbürgern am öffentlichen Leben wegen Herkunft oder Gesinnung  wurde damals von Nazis propagiert und durchgesetzt. Offenbar nimmt sich Herr Plück diese Machenschaften zum Vorbild.  

 Nun könnte man solche Entgleisungen als Jugendstreich eines Jungreporters abtun, der von der Chefredaktion mit einem Augenzwinkern durchgewunken wurde. Aber so harmlos ist es nicht. Denn  durch solche Hassbotschaften werden unbedarfte Mitläufer dazu ermuntert, gewaltsam gegen AfD-Anhänger vorzugehen. Bereits jetzt ist die AfD massiven Attacken ausgesetzt: Ihre Plakate werden zerstört, Ihre Häuser und Büros beschmiert, Ihre Gastgeber bedroht und ihre Autos angezündet. Von der Gewalt gegen Sachen ist es nur ein kleiner Schritt zur Gewalt gegen Personen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es die ersten Verletzten, schlimmstenfalls sogar Tote geben wird. Und dann hätte der Herr Plück nicht nur seine Sudeltinte, sondern richtiges Blut an den Händen. In der Juristerei nennt man so etwas „Mittelbare Täterschaft“.

 Mit freundlichen Grüßen

 Bernd Ulrich

 

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