Der Käfer

Betrifft den Beitrag von Herrn Jan Drebes zum Thema „Umstiegsprämien für Dieselfahrer“ (RP – 18. September 2018)
Leider komme ich erst heute dazu, diesen Beitrag zu kommentieren. Ich komme zu dem Schluss, dass Jan Drebes noch sehr jung sein muss und die Motortechnik im VW-Käfer (1938-2003) nicht kennt. Der Käfer war immer mit einem Ottomotor, in der Ausführung als luftgekühlter Boxermotor ausgestattet.
Deshalb finde ich es unpassend, den Käfer in der Grafik als stellvertretend für die „Edelschmutzfinken“ darzustellen. Fast schon diskriminierend.
Nebenbei: Es fällt mir als Leser seit einiger Zeit häufiger auf, dass Bildbeiträge wahllos aus den Archiven verwendet werden und vielfach eine Situation irreführend darstellen. Von Druckfehlerteufeln, die sich dank der Digitalisierung immer häufiger einschleichen, ganz zu schweigen. Für das Korrekturlesen gibt es heute wohl kein Zeitfenster mehr.
Ich grüße Sie freundlich,
Gerd Berßelis,  Neuss

Dieselskandal und Käfer – Geht das ? RP vom 18.9.2018
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Der Mob der Rheinischen Post

Es passiert nicht alle Tage, daß der Chefredakteur der Rheinischen Post  auf eine Nachfrage von mir reagiert. Zumal ich das Print-Abo der RP schon zum Jahresanfang gekündigt hatte. Ich will nicht diejenigen, die mich als „Rassisten“  beschimpfen, auch noch mit ein paar hundert Euro jährlich alimentieren. Indessen lese ich gelegentlich die über Internet verbreitete „Morgenbotschaft“ des RP-Chefs Michael Bröcker.  So auch seine Feststellung zu Chemnitz:

Und dies veranlasste mich dann zu einer Nachfrage:

Sehr geehrter Herr Bröcker,

Sie schreiben in Ihrer heutigen, als „Medienzirkus“ titulierten Morgenbotschaft: „Weltweit sind die Videoaufnahmen eines schreienden und wütenden Mobs auf den Straßen von Chemnitz zu sehen, der vermeintliche Ausländer jagt, rechte Parolen skandiert und den Hitler-Gruß zeigt, ohne dass die Polizei eingreift“

Es tut mir leid, aber ich habe trotz Bemühens solche Szenen auf den Film- und Fernsehaufnahmen aus Chemnitz nicht erkannt.  Auch die Google-Suche lieferte mir keine entsprechenden Bilder. Vielleicht können Sie auf RP-online die entsprechenden Sequenzen einbinden, insbesondere die, wo ein wütender Mob vermeintliche Ausländer jagt. Auch ein Hinweis, wo diese Bildreportagen zu finden sind, würde mir schon weiterhelfen.  

Besten Dank, mit freundlichen Grüßen

Der Chefredakteur antwortete am Montag wie folgt:

Das Video ist bei Youtube unter dem Stichwort „Chemnitz“ und „Ausländer“ sehr leicht zu finden. Fast 90.000 Abrufe verzeichnet es.

Ich folgte dem Hinweis, begab mich auf die Suche und wurde fündig. Das Ergebnis entsprach nicht meinen Erwartungen. Und so schrieb ich erneut an den Chefredakteur:

Sehr geehrter Herr Bröcker,
Haben Sie herzlichen Dank, daß Sie in Ihrer montäglichen Morgenbotschaft an die Leser auf meine konkrete Frage eingegangen sind.
Ich bin diesem Hinweis gefolgt und stieß  auf dieses Video, das Sie vermutlich im Sinn hatten:https://www.youtube.com/watch?v=AnlbzQ7kze0
Es wird auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse angezeigt und hat, wie von Ihnen beschrieben, etwas über 90.000 Lese-Zugriffe. Allein,  das  gerade mal sechsminütige Amateurvideo   vermag mich nicht zu überzeugen.  Man sieht gelegentlich einige  Menschen, an einer Hand abzuzählen, die schimpfend hinter anderen, die nicht genau zu erkennen sind, hinterherlaufen.  Einen „wütenden Mob“ hätte ich mir anders vorgestellt. Wenn etwa bei uns in einer beliebigen Ruhrgebietsstadt eine Fangruppe vom Dortmundern mit Schalkern aneinandergerät, dann geht es etwas heftiger zur Sache. Das   Filmchen  ist aus mehreren Sequenzen zusammengestückelt und zeigt  zumeist aufgelockert  schlendernde Gruppen, die dummes, unflätiges Zeugs von sich geben.
Es hat wohl seinen Grund, weshalb entgegen üblicher Gepflogenheiten auf Youtube dieses Video weder kommentiert noch bewertet werden kann.

Nochmals  vielen Dank für den Hinweis.

Der Chefredakteur hat darauf nicht mehr geantwortet. Stattdessen hier die Feststellung des sächsischen CDU-Ministerpräsidenten, wiedergegeben in der „Welt“:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article181424984/Kretschmer-zu-Chemnitz-Gab-keinen-Mob-keine-Hetzjagd-keine-Pogrome.html

Dieser Einschätzung haben sich, wie allseits bekannt, zwischenzeitlich auch der Chefredakteur der größten Chemnitzer Tageszeitung, der Bundesinnenminister, der Bürgermeister sowie der Präsident des Verfassungsschutzes angeschlossen.
Lügenpresse ist ein hässliches Wort. Wie sollte man dieses, nicht nur von der RP praktizierten journalistischen Umgang mit den Fakten besser bezeichnen?
Das fragt sich Ihr

Bernd Ulrich

 

Achtundsechziger: Legendenbildung

Am Karsamstag schrieb  RP-Chefredakteur Michael  Bröcker an seine Leser:

…. 50 Jahre danach – für die einen sind die „68er“ wegweisende Revolutionäre und Vorkämpfer für eine liberale Gesellschaft gewesen, andere halten die Wirkmacht der Bewegung schlicht für überschätzt. Dass die „68er“ das Land veränderten, bestreitet indes heute kaum ein Gelehrter. Auch wenn ich erst neun Jahre später geboren wurde, fasziniert mich rückblickend der Kampf gegen autoritäre Strukturen und die Verharmlosung und Vertuschung der Nazi-Taten. ….

Das veranlasste mich zu folgender Klarstellung:

Sehr geehrter Herr Bröcker,

ich beziehe mich auf Ihre karsamstägliche Botschaft an Ihre Leser. Dort schreiben Sie in Bezug auf die 68-er:

Auch wenn ich erst neun Jahre später geboren wurde, fasziniert mich rückblickend der Kampf gegen autoritäre Strukturen und die Verharmlosung und Vertuschung der Nazi-Taten.

Abgesehen von der unbeabsichtigten Doppeldeutigkeit Ihrer Formulierung muß ich der implizierten Behauptung entschieden widersprechen. Denn es ist keinesfalls so, daß die „Nazi-Taten“ vor 1968 verharmlost oder gar vertuscht wurden. Das Gegenteil ist richtig. Ich weiß es besser, denn mit Geburtsjahr 1950 und Abitur 1968 habe ich diese Zeit ganz bewusst erlebt.  Hier die Fakten:

– Die Gefangennahme und Entführung von Adolf Eichmann in Argentinien im Jahre 1960 sowie der nachfolgende Prozess in Jerusalem wurden hierzulande mit einem außerordentlich großen Medien- und Publikumsinteresse tagtäglich über Monate hinweg  verfolgt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Bilder von dem kleinen Mann in dem Glaskasten im Jerusalemer Gerichtssaal. Natürlich wurden auch die Verbrechen, besonders die abscheulichen medizinischen Versuche eines Josef Mengele an lebenden Opfern  thematisiert, nach dem damals immer noch gefahndet wurde.

– Noch größeres Interesse fand der Auschwitzprozess ab 1963.  Die Namen der KZ-Schergen Wilhelm Boger (Bogerschaukel) und Oswald Kaduk (Meine Patienten nannten mich Papa Kaduk) waren jeden Deutschen, der eine Zeitung las, ebenso geläufig ebenso wie die grauenhaften Verbrechen, über die ausführlich nahezu täglich berichtet wurde.

– Natürlich war die Beschäftigung mit den NS-Verbrechen auch Thema unseres Gymnasialunterrichtes. Die „Todesfuge“ von Paul Celan stand ebenso auf dem Lehrplan wie die „Ermittlungen“ von Peter Weiss, der den Auschwitzprozess literarisch als Bühnenstück verarbeitet hatte.

Die NS-Vergangenheit von Persönlichkeiten der Adenauerzeit wurde lange vor 1968 insbesondere von „Spiegel“ thematisiert. Beispielhaft sind zu nennen der Staatssekretär Hans Globke oder auch Heinrich Lübke, der angeblich als KZ-Baumeister tätig gewesen sein soll. Wie wir allerdings  heute wissen, hatte die Stasi bei diesen Kampagnen einen wesentlichen Anteil.

Die genannten Beispiele sind nicht längst nicht vollständig. Der Narrativ, erst die 68-er hätten eine intensive gesellschaftliche Diskussion und Aufarbeitung der NS-Verbrechen bewirkt, ist nichts weiter als eine Legende, die auch durch ständige Wiederholung nichts an Wahrheitsgehalt hinzugewinnt.

Eines allerdings haben die 68-er bewirkt: Die Verunglimpfung der gesamten eigenen Eltern- und Großelterngeneration als kollektive NS-Mitwisser und Nazitäter. Diese an sich ungeheuerliche Anschuldigung diente den damaligen Krawallschlägern der eigenen moralischen Selbsterhöhung.  Leider wirkt diese üble Nachrede bis heute nach und bestimmt immer noch in weiten Teilen den politischen Diskurs.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Ulrich

PS.: Sollte Michael Bröcker antworten oder meine Zuschrift gar als Leserbrief in der RP veröffentlicht werden, dann werde ich es hier mitteilen.

Die zerplatzten Träume der Rheinischen Post

Liebe Freunde und Förderer,

   nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Noch am Donnerstag durfte sich die Redaktion der Rheinischen Post in den schönsten Blütenträumen wiegen.  In großen Buchstaben wurde auf Seite Eins, Zwei und Vier hoffnungsvoll sinniert: Möglicherweise darf die Alternative für Deutschland gar nicht zur Wahl antreten? Der Angstgegner der Etablierten ganz einfach per Formfehler kaltgestellt? Inhaltliche Auseinandersetzung überflüssig?

Was war passiert: Auf einer Versammlung des Kreisverbandes Recklinghausen zur Festlegung von  Delegierten zur Wahl  von Bundestagslistenplätze der AfD in NRW waren  3 (in Worten: drei) Teilnehmer noch nicht im Besitz einer gültigen Mitgliedsnummer. Das war zwar eine Regelwidrigkeit gegen die Parteisatzung, aber kein Verstoß gegen öffentliches Recht.  Schließlich ist jede Partei frei, wie sie ihre Satzung gestaltet. Wichtig ist lediglich, daß die Delegierten selber das Wahlrecht zum Bundestag haben. Das stand indessen gar nicht zur Diskussion. – Ein Maulwurf hatte den Bundeswahlleiter aufmerksam gemacht. Und der entschied nach gesundem Menschenverstand: Unerheblich für das Zustandekommen der Liste! Die AfD wird zur Bundestagswahl mit einer gültigen Liste antreten!

 Tja, mit einem Tag Verspätung muß nun die RP den schönen Tagtraum begraben. Zu ärgerlich aber auch. Doch das hindert unsere alte Bekannte, Frau Rathcke von der RP, in der heutigen Ausgabe nicht daran, über Dilettantismus zu sinnieren und ob man Dilettanten wählen soll:

Liebe Redakteur*Innen der Rheinischen Post:

 Wenn Ihr anschauliche Beispiele für Dilettantentum haben wollt, dann gebe ich Euch ein paar Tipps: Einfach mal in den Spiegel  schauen. Oder nach Düsseldorf: Da haben wir seit neuestem einen Ministerpräsidenten,  der Klausuren korrigiert, die gar nicht geschrieben wurden. Oder nach Berlin. Ein paar Stichworte: Asylchaos, fortwährende Konkursverschleppung in der Eurozone, verkorkste Energiewende. Nicht zu vergessen die Flughafenbaustelle oder die oberste Führung der Leyentruppe. Das sind nur ein paar Beispiele; die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

 Gottseidank gibt es eine Alternative zum regierungsamtlichen Dilettantismus. Auf den Wahlzettel am 24. September. Die Alternative für Deutschland. Die AfD.

 Herzliche Grüße, Euer 

 Bernd Ulrich

 

 

RP erfindet alternative Fakten zu Trump

„Ach, wenn er sich auf Titelseiten doch nur ins rechte Licht rücken könnte!“ – Nun ja, liebe RP-ler. Da habt Ihr mal wieder falsch gelegen. Unterstellt doch Euer Martin Bewerunge dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump fälschlicherweise, daß er vergeblich versucht habe, sich auf das Titel-Blatt der Zeitschrift TIME zu „mogeln“. Beweis: ein paar Bilderrahmen in Golfklubs.  Und schon gibt es wieder eine neue Fortsetzung der langsam langweilig werdenden Trump-Blödelei.

RP vom 29.6.2017

http://www.rp-online.de/politik/donald-trump-mogelt-sich-auf-den-time-titel-aid-1.6913086

Ich lese das „renommierte  Time Magazine“ (so die Wortwahl der RP) seit vielen Jahren. Und so ist mir nicht entgangen, daß Donald Trump längst seinen Platz auf der Titelseite von TIME gefunden hatte. Ganz ohne Fake.  Daher schrieb ich wie folgt an unser Rheinisches Provinzblatt:

Sehr geehrter Herr Bewerunge,

 in Ihrem Kommentar in der RP vom Donnerstag erwecken Sie den Eindruck, daß Donald Trump vergeblich versucht habe, sich auf das Titel-Blatt des Magazins „TIME“ zu „mogeln“.

Tatsächlich hat Trump es nicht nötig, sich auf die Titelseite dieser von Ihnen als „renommiert“ bezeichneten Wochenzeitung zu „mogeln.“ Er hatte dort längst sein Titelbild. So etwa am 31.August 2015, wo ihm Michael Scherer unter dem Aufmacher „Deal with it“  (Rechnet damit) eine ganze Titelstory widmet:

Das Zeitschriftenexemplar  befindet sich in meiner Bibliothek, Sie können gerne bei mir zu Hause Einsicht nehmen.

Schade, Herr Bewerunge ist auf das Angebot nicht eingegangen. Ich frage mich nur: Ist es schlichtweg Schludrigkeit oder Absicht, wenn die RP-Macher Fake fabrizieren?

Das fragt sich

Euer Bernd

Julias missglückter Annäherungsversuch

Liebe Freunde,

es ist eine alte Angewohnheit von mir, die Zeitungen (ja, ich lese noch bedrucktes Papier) vor der Entsorgung in die blaue Tonne noch mal zu überfliegen. Und da fiel mir die traurige Geschichte eines missglückten Annäherungsversuchs ins Auge. Julia Rathcke, Redakteurin der RP, hatte im Wonnemonat Mai hübsche Bildchen von Marcus Pretzell, dem Objekt ihrer Begierde, nicht nur  fürs Poesiealbum gesammelt sondern auch noch publik gemacht:

Druckausgabe der RP vom 5.5.2017

Es war sicher mühevoll, aus einer Vielzahl von Schnappschüssen nun ausgerechnet diejenigen herauszusuchen, die den AfD-Chef von NRW möglichst fratzenhaft und unvorteilhaft aussehen lassen. In der Online-Ausgabe der RP wurde dem Betrachter zusätzlich auch das noch zugemutet:

Foto: dpa, mb kno

Quelle: http://www.rp-online.de/politik/deutschland/afd-das-sind-die-fuehrenden-koepfe-bid-1.5809617

Dem unbefangenen Leser stellt sich die Frage nach dem Informationswert solcher Bilder, zumal wenige Tage vor der Landtagswahl in NRW. Dabei wäre es für die RP so einfach gewesen, ein vernünftiges Porträt  des Spitzenkandidaten der AfD zu präsentieren:

Die Reporterin hätte einfach nur eines der zahlreichen Wahlplakate abfotografieren müssen. Ohne die Augen zu verdrehen. Schade drum.  Kein Happy End. Aber vielleicht klappt’s ja beim nächsten Annäherungsversuch.

Mehr zum Thema hier: https://rheinischepostleserbriefe.wordpress.com/2017/05/05/ratten-und-rheinische-post/

 

Ratten und Rheinische Post

Volksschädling. Eine Vokabel, ein Schimpfwort aus Deutschlands dunkelster Epoche. Mitmenschen werden zu Schädlingen deklariert, gelten fortan als Ungeziefer wie Würmer, Flöhe, Wanzen, Läuse oder eben Ratten. Ratten: Diese Plagegeister gelten von jeher als besonders ekelerregend, abstoßend und gefährlich. Nicht von ungefähr bediente sich die Nazi-Propaganda mit dem Hetzfilm „Der ewige Jude“  genau dieser Bilder:

Ratten aus dem Nazi-Film „Der ewige Jude“

Dieser Film wurde 1940 gedreht und sollte die Bevölkerung einstimmen auf die bevorstehende Ausrottung der „Volksschädlinge“. Man sollte nun meinen, diese Zeiten seien längst überwunden. Mitnichten! Erst kürzlich vergriff sich ein deutsches Presseorgan, die „Rheinische Post“,  wieder ganz tief in der braunen Kiste:  Dieses Mal  wurden die AfD-Anhänger als Ratten dargestellt:  

RP-Ratte vom 29.1.2016 (Detail einer Zeichnung)

Solche Bilder sollen vor allem eins bewirken: Abstoßung, Furcht und Ekel. Diskussion? Überflüssig! Was macht man mit Ungeziefer? Richtig: Vergiften, totschlagen, ausmerzen.

Nun ist es, Gott sei es gedankt, noch nicht ganz so weit wie damals. Zwar sind AfD-Leute heutzutage allen möglichen Verunglimpfungen, Bedrohungen, Schikanen und Nachstellungen ausgesetzt. Ihre Autos werden abgefackelt, ihre Versammlungen gestört, die Häuser mit Farbe beschmiert und vereinzelt kommt es auch zu körperlichen Übergriffen.  Aber die Pogromstimmung hat noch nicht zu echten Pogromen mit Mord und Totschlag geführt. Noch nicht. Erstaunlich: Die Täter werden kaum zur Rechenschaft gezogen. Auch das erinnert an unselige Zeiten.

Nicht tot machen, aber mundtot machen, das ist das erklärte Ziel einer Medienlandschaft, die sich die AfD als Feindbild erkoren hat. Zum Abschuss freigegeben.  Nicht physisch, aber psychisch. Auch Verächtlichmachung, üble Nachrede, falsche Behauptungen, das alles gehört zum Repertoire. Viele machen mit. Die einen mehr, die anderen  weniger. Einige aus Überzeugung, andere für die Karriere,  die meisten wohl als bezahlte Schreiberlinge. Früher hieß es „Gesundes Volksempfinden“. Heute nennt sich das neudeutsch  „Mainstream“ ,  „Political Correctness“ oder schlichtweg „Kampf gegen rechts“. Die Hasstiraden pöbelnder Politiker gegen Andersdenkende mit Beschimpfungen wie Pack, Dödel, Abschaum oder Schande gießen zusätzlich Öl ins Feuer und stacheln den Mob weiter an.

Julia Rathcke von der Rheinischen Post. Von ihrem Boss, dem Herrn Chefredakteur Michael Bröcker, wurde sie auf die AfD angesetzt. Das gab er heute unumwunden zu. Wörtlich: „Deshalb habe ich vor mehr als einem Jahr eine junge Kollegin aus der Politikredaktion gebeten, sich der Partei zu nähern und zu berichten. Julia Rathcke tut dies seither.“  Und die „junge Kollegin“ hat geliefert. Die vorerst letzte Schnüffelstory erschien in der heutigen Ausgabe. Nicht ganz erfolgreich. Denn ein Interview mit der vormaligen Ehefrau des NRW-Sprechers kam nicht zustande. Und Frauke Petry habe „höhnisch gelacht“.  Die Yellow-Press lässt grüßen. Auch sonst interessierte sich die „junge Kollegin“ für die sexuelle Orientierung des AfD-Spitzenpersonals. So titelte sie kürzlich über Alice Weidel in einer RP-Schlagzeile: „Lesbisch“.

Homosexualität. Das war auch bei den Nazis ein beliebtes Thema zur Ausschaltung unliebsamer Konkurrenz.

Lassen wir es dabei bewenden.

Hier die Antwort der Rheinischen Post:

Von: Rathcke, Julia [mailto:Julia.Rathcke@rheinische-post.de] Gesendet: Samstag, 6. Mai 2017 10:33 An: Bernd Ulrich Betreff: Re: Ratten und  Rheinischen Post

Sehr geehrter Herr Ulrich,

in Sachen Nationalsozialismus haben Sie ja augenscheinlich einiges nachzuholen. Traurig, dass das immer noch so eine Bildungslücke zu sein scheint, gerade in der Generation, die es doch so viel besser wissen müsste. – Aber wie sagten Sie so schön:Jeder blamiert sich, wie er kann.

Schönes Wochenende   Rathcke Von meinem iPhone gesendet

Meine Replik, auf die ich bis heute(!) keine Antwort erhalten habe:

Sehr geehrte Frau Rathcke,

   haben Sie herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Ein gutes Zeichen, daß Sie meinen Text zu Ende gelesen haben. Der Herr Chefredakteur (gewissenhaft, engagiert, akkurat) hat sich übrigens noch nicht gemeldet, obwohl er bei früherer Gelegenheit schon des Öfteren persönlich geantwortet hat.

 Meine Generation: Wenn Sie damit andeuten, daß ich noch ein Zeitzeuge der NS-Diktatur wäre, so muß ich Sie leider korrigieren: So alt bin ich nun wiederum auch nicht.  Es wäre übrigens durchaus interessant in einem persönlichen Gespräch herauszufinden, wer von uns beiden die profunderen Kenntnisse in Sachen europäischer Geschichte und insbesondere der Epoche von Faschismus und Nationalsozialismus hat.  Trotz meines fortgeschrittenen Alters halte ich mich durchaus noch für neugierig und lernfähig.  – Sie hatten mir bei Ihrer vorletzten Mail (Causa Reichsbürger) ein persönliches Gespräch in Aussicht gestellt. Meine Kontaktdaten  haben Sie ja. Ich bin gespannt.

 Da ich im Urlaub die RP immer erst mit einem Tag Verspätung erhalte, hatte ich die hübsche Auswahl der acht (!) Pretzell-Porträts, mit denen die Print-Ausgabe Ihres „Annäherungsversuches“  garniert war,  noch nicht zur Hand, als ich meine Zeilen niederschrieb. Bemerkenswert, ein derartiger Verriss eines  Parteichefs so kurz vor der NRW-Wahl. Ein Schelm, der böses dabei denkt.  Was ich in Ihrem Artikel vermisst habe: Die Information, daß besagtes Objekt Ihres Annäherungsversuches so ganz nebenbei  Abgeordneter im Europaparlament ist. Was macht er da, welches Arbeitspensum, welche Ausschüsse?  Schade um diese vorenthaltene Aufklärung; statt dessen wird der politisch Interessierte Leser damit abgespeist, was alles nicht in Erfahrung gebracht wurde: Vergangenes Eheleben, Alte Herren usw.  

 Apropos Reichsbürger: Was ist eigentlich daraus geworden? Ich habe gehört, daß es jetzt eine juristische Auseinandersetzung mit der RP geben soll. Schade, daß man auch darüber nichts aus Ihrem Blatt erfährt.

 Ich habe meinen Text inzwischen veröffentlicht. Googeln sie einfach nach der Kombination von „Rheinischer Post“ und „Ratten“. Dann erscheint der Beitrag auf der ersten Seite der Suchergebnisse. Über eine Like von Ihnen bei Facebook würde ich mich freuen.

 Ich wünsche Ihnen einen schöne Arbeitswoche, herzliche Grüße

 Bernd Ulrich

 

Anmerkung: Auch passend → Thema