Rheinische Post: Mal wieder unterste Schublade

Liebe Freunde,

 unsere Rheinische Post: Langsam frage ich mich, warum ich mir dieses Lesemissvergnügen allmorgendlich immer wieder aufs neue antue. Aber man möchte ja  informiert sein, was den Bürgern hierzulande so serviert wird.

 Unser alter Bekannter  Michael Bröcker, seines Zeichens sogar Chefredakteur, produziert   im heutigen Leitkommentar mal wieder anrüchige Absonderungen. So erwähnt er  unsere Parteichefin, immerhin eine promovierte Naturwissenschaftlerin und vierfache Mutter, zusammen mit dem obszönen Schimpfwort „Bitch“  in einem Satz.  Bitch ist im Angelsächsischen eine üble Beleidigung und bedeutet so viel wie „Hure“. Auch schon vorher  stänkert der Herr Chefredakteur  gewaltig:

 „Die AfD ist ein Sammelsurium frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner, politik- und elitenverdrossener Bürgerlicher, aber eben  auch von völkischen Nationalisten und Rassisten“.

 Das ganze unter der Überschrift: „Maß und Mitte gesucht“. So was nenne ich Satire vom Feinsten.

 Nun ja, die RP feierte und beweihräucherte sich selbst vor einigen Tagen anlässlich ihres siebzigsten Geburtstages. Möglicherweise hat unser Michael Bröcker da zu tief ins Maß oder Glas geschaut und ist noch nicht wieder ganz bei Sinnen.  Hatte er doch in einer Sonderbeilage zum 1. Oktober noch wie folgt getönt:

 „Der beste Journalismus ist unparteiisch und unverdächtig. Aufklären, erklären, dabei bitte akkurat recherchieren, ausgewogen argumentieren. Fairness, keine Häme. Das ist unsere Haltung.“

journalismus

Schade, so schnell werden die guten Vorsätze über Bord geworfen.

 Natürlich bezeichnet der Chefredakteur unsere Frau Dr. Petry nicht direkt als „Bitch.“  Statt dessen relativiert er sinngemäß im nächsten Halbsatz: Wer das tut,  der handelt „kleinmütig.“

 Schon großmütig, unser Chefredakteur. Ich empfehle ihm, zur Erweiterung seines Horizontes mal einen Blick in sein eigenes Blättchen vom heutigen Tag  zu werfen.  Da steht auf Seite drei in großer Aufmachung: „Rudelbildung gegen Polizisten“.  Direkt daneben eine Spalte: „Südländer vergewaltigt 80-jährige“. Auf den nächsten Seiten: „Salafisten-Prozess“  und „Attacken gegen Badegäste: Behörden verbummeln Urteil“.

 Die Zeit ist reif für eine Alternative. Eben die Alternative für Deutschland.

Soweit mein Text. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, den Herrn Chefredakteur mit in die Verteilerliste aufzunehmen. Und hat auf den Köder angebissen:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

 vielen Dank für Ihre Mail, auf die ich sehr gerne schnell von unterwegs reagieren möchte. Sie haben mich leider etwas falsch verstanden, sicher nicht absichtlich. Ich habe ein Zitat einer Kölner Kabarettistin wiedergegeben, die Frau Petry „Bitch“ genannt hat. Ich mache mir dies eben nicht zu eigen. Wie Sie ja auch richtig schreiben, kritisiere ich eine solche Äußerung ausdrücklich genauso wie ich Übergriffe / Angriffe auf AfD-Abgeordnete und Funktionsträger kritisiere. Aber das haben Sie ja sicher auch im Kommentar gelesen.

 Dass die AfD ein „Sammelsurium frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner, politik- und elitenverdrossener Bürgerlicher, aber eben auch von völkischen Nationalisten und Rassisten“ ist, ist meine Meinung, die sich leider durch zahlreiche Äußerungen aus der AfD belegen lässt. Aber wie gesagt, wir wehren uns dagegen, die AfD pauschal zu verurteilen oder zu verunglimpfen. Wir weisen allerdings weiterhin in ruhigem und angemessenen Ton auf die – nach unserer Meinung – kritischen Äußerungen und Sichtweisen in Teilen der AfD hin.

 Beste Grüße

 Michael Bröcker

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Chefredakteur  Zülpicher Straße 10 – 40196 Düsseldorf

Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Hier meine Replik:

Sehr geehrter Herr Bröcker,

   vielen Dank für Ihre prompte Antwort.

 Wenn jemand an Gespenster glaubt, dann wird er auch Gespenster sehen. Und je mehr Gespenster er sieht, desto heftiger wird geglaubt. Nennen Sie es Autosuggestion, virtuelle Realitäten, selektive Wahrnehmung, was auch immer. Ich frage mich des Öfteren, ob unsere Journalisten tatsächlich an das glauben, was sie da schreiben.  Falls ja, dann sind sie naiv, ansonsten einfach unaufrichtig.

 Im Übrigen passe ich exakt in Ihre Vorstellung vom typischen AfD-Anhänger:

 Frustrierter Arbeitnehmer, enttäuschter Rentner:

 Ich bin dankbar, daß ich mit Mathematik, Physik und BWL seinerzeit das richtige Universitätsstudium gewählt habe, um dann in der aufstrebenden IT-Branche eine Karriere zu starten. Mein langjähriger und letzter Arbeitgeber ist derzeit mit einem Börsenwert von über 100 Mrd. Euro das wertvollste Unternehmen dieses Landes. Ich brauche mir also um meine betriebliche Altersversorgung keine Gedanken zu machen.

 Politik- und Elitenverdrossener Bürgerlicher:     

 Zusammen mit dem zu früh verstorbenen Jürgen Möllemann habe vor Jahrzehnten Straßenwahlkampf in seiner Heimatstadt Münster gemacht. Bis zum Jahre 2009 war ich treuer FDP-Anhänger.  

 Rassist:  

 Als Personalvorgesetzter in einem international tätigen Softwarekonzern hatte ich Gelegenheit, neben deutschen Kollegen auch Mitarbeiter aus fremden Ländern einzustellen: Brasilien, Indonesien, China, Türkei, Libanon.  Zu manchen pflege ich bis heute ein freundschaftliches Verhältnis.  

 Beste Grüße    Bernd Ulrich

 Eine Antwort steht bis jetzt aus …. sollte ich sie erhalten, dann werde ich sie an dieser Stelle veröffentlichen.

 

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Autor: hansberndulrich

born 1950, university degree in mathematics, physics. Interested in all topics of natural science, history, politics and economics

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